Meine Stuntposition – mein Traumjob.

November 3, 2013 at 2:16 pm

Bases

– oder was Cheerleader über ihre Position wirklich denken.

„Die Position Backspot wird oft unterschätzt und Neulinge denken meistens, da hinten können sie chillen aber ein guter Back kann in vielen Situationen den kompletten Stunt retten und teilweise auch steuern! Manchmal ist es zwar auch gruselig, vor allem bei Schrauben und Rewinds, aber man gewöhnt sich dran.“

~~~~~

„Ein guter Back weiß halt auch wann er jetzt mehr Kraft reinstecken muss um Bases zu unterstützen und wann er mehr den Flyer stabilisieren muss und er muss (ebenso natürlich wie Bases) im richtigen Moment entscheiden wann der Stunt verloren ist um dann den Kopf und Schulterbereich vom Flyer zu fangen im Falle eines Drops. Dreamjob!“

~~~~~

„Ohne uns Bases würde der Flyer gar nicht da oben stehen oder nach oben fliegen. Alle denken es wäre leicht, jemanden hoch zu werfen oder richtig in der Liberty zu halten aber es sieht nur leicht aus. Man muss darauf achten das der Flyer gut steht nicht auf Hacke oder auf Spitze sondern auf den ganzen Fuß. Ich hab trotzdem Respekt vor allen Positionen.“

~~~~~

„Base ist mein absoluter Traumjob. Ich liebe das Gefühl, mit der anderen Base perfekt im Timing zu sein und die Kraft, die man daraus entwickelt. Es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn schwierige oder unmöglich scheinende Stunts plötzlich einfach werden und es fühlt sich einfach toll an, nicht nur Kraft zu haben sondern auch die Technik, sie auf den Punkt einsetzen zu können. Was mich aber am allerstolzesten macht ist, wenn ein Flyer gerne mit mir stuntet, weil er mir vertraut und sich darauf verlassen kann, dass ich ihn jederzeit fange, egal ob ich mich dabei selbst verletze. Das ist das größte Kompliment.“

~~~~~

„Am meisten am Flyer-Dasein liebe ich die Zusammenarbeit mit meinen Bases. Das Gefühl nicht einfach nur mein Ding durchzuziehen sondern bewusst zu fühlen, wie die Leute arbeiten und wie sie auf Bewegungen reagieren. Kurz gesagt: mir ist egal was für tolle Stunts und Figuren ich dort oben mache, am meisten Spaß macht es mir, ein Teil vom großen Puzzle zu sein und herauszufinden wie man am besten zusammen funktioniert.“

~~~~~

„Flyer zu sein ist mein Traumjob. Ich liebe es einfach nur, oben zu stehen und das Aushängeschild für meine Stuntgruppe zu sein. Wenn wir etwas Neues hinkriegen bin ich so stolz auf meinen Groupstunt, dass ich einfach nur alle Leute im Publikum anstrahle, wenn ich oben stehe. Was ich auch liebe ist das Gefühl von in Baskets, das ist fast ein bisschen wie fliegen.“

Das alles sind Antworten von Cheerleadern auf die Frage: Was ist deine Lieblingsposition beim Stunten?

„Meine Trainerin lässt mich nicht Flyer sein, was kann ich tun??“

Unterhält man sich dagegen mit Außenstehenden, bekommt man meistens Dinge zu hören wie „Achso, du stehst nicht oben? Das ist doch bestimmt blöd.“ oder „Ich wette alle wollen eigentlich Flyer sein.“
Und auch unter denen, die gerade erst mit dem Sport angefangen haben, halten sich diese Klischees noch. Besonders oft hört man dann „Meine Trainerin lässt mich nicht Flyer sein, was kann ich tun??“
Die Antwort darauf ist eigentlich einfach: Arbeite an der Position für die du eingeteilt wurdest und werde gut darin. Je besser man nämlich in etwas wird, umso mehr Spaß macht es einem meistens. Man entdeckt die vielen kleinen Feinheiten, Herausforderungen und Triumpfe, die das Dasein als Base oder Backspot mit sich bringen. Und einen kleinen Einblick in das, was es so schön macht, habt ihr gerade oben gelesen.

„Aber ich möchte kein Backspot sein. Da sieht man mich ja nie!“

Der Flyer ist natürlich der sichtbarste Teil des Teams und ja, auf den allermeisten Fotos ist er im Fokus. Das muss aber nicht heißen, dass man als Base oder Backspot ein unsichtbares Dasein fristen muss. Zum Einen schauen gerade andere Cheerleader im Publikum oft auch darauf, was die gesamte Stuntgroup macht, zum Anderen ist die Stuntsequenz ja nicht der einzige Teil einer Routine. Wer hart an seinen Jumps, Tumbling und Dance arbeitet, kann auch so sein Ticket für die erste Reihe lösen.
Aber unabhängig davon, ist und bleibt Cheerleading einfach ein unglaublich teamorientierter Sport. Fehlt ein Teil, funktionieren die anderen auch nicht mehr.
Anstatt also darüber enttäuscht zu sein, dass man nicht auf Position XY eingesetzt wird, wäre das Beste, dem Trainer zu vertrauen und volle Kraft in die zugeteilte Position zu stecken.

Cheerleading ist ein Sport, mit unterschiedlichen Aufgaben für unterschiedliche Teammitglieder.  Genau das ist es, was das Tolle an diesem Sport ausmacht: Er bietet jedem die Möglichkeit, nach seinen Fähigkeiten und Voraussetzungen Höchstleistungen zu erbringen. Und je länger man schon dabei ist, umso mehr lernt man dieses Zusammenspiel zu schätzen, weil es den Sport komplex und toll macht, weil man manchmal puzzeln und sich aufeinander einschießen muss und weil man nie auf sich alleine gestellt ist, sondern immer Teil eines eng verwobenen Teams ist.